Deutschland, 07.11.2011 17:31 Uhr
Meschede/Hochsauerland. Die Situation am Ausbildungsmarktes 2010/2011 im Hochsauerlandkreis stellt sich weitestgehend positiv dar. Das Fazit, das die Beteiligten am Montagmorgen auf der Pressekonferenz im Gebäude der Agentur für Arbeit in Meschede zogen, lässt sich mit den Attributen „robust“ und „mit Perspektive“ zusammenfassen, auch wenn nach wie vor an vielen Stellschrauben zu drehen ist.
Als Gesamtbilanz lässt sich festhalten, dass die Anzahl angebotener Ausbildungsstellen steigt, während die Anzahl der Bewerber sinkt.
„Die Lage am Ausbildungsmarkt hat sich gedreht“, brachte es Dr. Ilona Lange, Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer Arnsberg Hellweg-Sauerland, auf den Punkt. Während sich früher viele Bewerber auf wenig Ausbildungsstellen beworben haben, sind es zurzeit weniger Bewerber bei mehr Ausbildungsstellen. An konkreten Zahlen festgemacht stehen 1919 gemeldeten Ausbildungsstellen (im Vorjahr 1876) insgesamt 2407 gemeldete Bewerber gegenüber, was im Vergleich zu den im Vorjahr 2608 gemeldeten einen Rückgang von 7,7 Prozent beziehungsweise 201 Bewerbern bedeutet.
Einen Anstieg an Lehrstellen kann auch die IHK Arnsberg Hellweg-Sauerland für 2011 vermelden. Mit 1141 im Vergleich zu 1093 Stellen im Vorjahr fällt die Bilanz äußerst positiv aus. „Das ist das zweitbeste Ergebnis nach dem Allzeithoch 2008 mit 1219 Lehrstellen“, konstatierte Klaus Bourdick, Leiter des Geschäftsbereichs Berufsbildung der IHK Arnsberg Hellweg-Sauerland, zufrieden. Rückgängen im Gastronomiebereich stünden hier Zuwächse im Einzelhandelsbereich sowie vor allem im gewerblich-technischen Sektor gegenüber.
Rückgang bei nicht-vermittelten Bewerbern
Positiv bewertet die Agentur für Arbeit ebenfalls den Rückgang bei den nicht-vermittelten Bewerbern. Unversorgt, das heißt ohne feste Ausbildungsstelle, waren am Ende des Berichtsjahres – die Erfassung bezieht sich auf den 1. Oktober 2010 bis zum 30. September 2011 – 37 Bewerber und damit neun weniger als im Jahr zuvor. Während 2009/2010 insgesamt 84 Ausbildungsstellen unbesetzt blieben, weist die aktuelle Statistik hier ganze 179 freie Plätze auf, ein Plus von erstaunlichen 113,1 Prozent.
Das sei einerseits auf die hohen Ansprüche der verschiedenen Unternehmen zurückzuführen, andererseits aber auch darauf, dass sich bestimmte Ausbildungsstellen großer Beliebtheit erfreuen, während andere Ausbildungsberufe kaum Bewerber finden, erklären die Verantwortlichen. Darum sind auch die Unternehmen gefordert, ihren Betrieb so attraktiv wie möglich für Bewerber darzustellen. Ein zentraler Baustein dafür ist „eine engere Verzahnung zwischen Unternehmen und Schulen“, verdeutlicht Walter Niggemeier, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Meschede. Bei der Berufswahlorientierung sei für alle Beteiligten, ganz gleich ob Eltern, Schüler oder Lehrer, noch Luft nach oben.
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