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Südwestfalen: Ein starkes Stück Deutschland

Deutschland, 23.08.2007 14:32 Uhr (suth)

Märkischer Kreis. (pmk). Südwestfalen ist wirtschaftlich hervorragend aufgestellt und verfügt über ausgezeichnete Bildungsmöglichkeiten.

Mehr als 150 Teilnehmer beim Zukunftsforum

Grund genug, diese Stärken der Region im Rahmen der Bewerbung um die REGIONALE 2013/2016 selbstbewusst einzubringen. Dieses deutliche Signal geht vom Zukunftsforum „Innovationsregion“ aus, zu dem sich mehr als 150 Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Verbänden und Gesellschaft am Mittwoch, 22. August 2007, im Hörsaal der Südwestfälischen Fachhochschule in Iserlohn trafen.

Dass die Unternehmen Südwestfalens in wichtigen Branchen bundesweit führend sind, haben die Kreise Olpe, Siegen-Wittgenstein, Soest, der Hochsauerlandkreis und der Märkische Kreis jetzt sogar schriftlich.

Erstmals stellte Dr. Olaf Arndt von der PROGNOS AG das von ihm gemeinsam mit den Wirtschaftsförderungsgesellschaften sowie den Industrie- und Handelskammern erstellte Gutachten vor. „Die fünf Kreise erzielen sieben Platzierungen unter den Top 25 von 440 Landkreisen in Deutschland“, so Arndt. Vor allem die Metallverarbeitung, Metallerzeugung, der Maschinenbau, die Kunststoffindustrie und die Elektroindustrie haben weit über die Region hinaus Signalwirkung.

Die Gesundheitswirtschaft, die Gebäudetechnik sowie die Holzwirtschaft sind weitere starke wirtschaftliche Standbeine der Region. „Südwestfalen ist die Metall-Region schlechthin in Deutschland“, so Dr. Olaf Arndt. „Auf diese Stärken sollten Sie im Rahmen der REGIONALE-Bewerbung aufbauen.“
Wie wichtig die REGIONALE für die heimischen Unternehmen sein kann, machte J. Wolfgang Kirchhoff, Geschäftsführender Gesellschafter der Kirchhoff Automotive GmbH & Co KG, deutlich. „Unsere Firmen stecken mitten im Innovations- und Kostenwettlauf.

Dazu müssen neue Technologien genutzt und die Forschung verstärkt werden. Es geht darum, Energie und Rohstoffe einzusparen. Wer das schafft, ist vorne.“ Aktuell gehe es darum die Mega-Trends auf-zugreifen. Dies seien die Globalisierung, Demografische Entwicklung, Dienstleistung, Flexibilisierung der Arbeitswelt und vor allem die Höherqualifizierung der Beschäftigten. Kirchhoff: „Wir haben ein ehrgeiziges Ziel. Im Jahr 2025 wollen wir zu den zehn Top-Regionen in Deutschland gehören.“

Ein Ziel, das nur mit hervorragend ausgebildeten Mitarbeitern erreicht werden kann. Auch hier sei die Region mit der Fachhochschule Südwestfalen, der Universität Siegen, der privaten Hochschule Business and Information Technology School (BiTS) in Iserlohn bestens aufgestellt.

Prof. Dr. Jörg Liese, Rektor der Südwestfälischen Fachhochschule, kündigte an, die FH werde mit ihren 150 Professoren einen „Sprung in die Region“ machen und neben den bisherigen Standorten Iserlohn, Meschede, Soest und Hagen Studiengänge künftig auch in Olpe, Lippstadt, Lüdenscheid und Arnsberg anbieten. Nicht vergessen werden dürfe, so ein Beitrag aus der Zuhörerschaft, dass Südwestfalen über 18 Berufskollegs mit mehr als 50.000 Schüle-rinnen und Schülern einen wichtigen Beitrag für die berufliche Bildung leiste.

Der Ausbau der Hochschulen ist auch aus Sicht von Jochen Schröder, Geschäftsführer der Gesellschaft zur Wirtschafts- und Strukturförderung Märkischer Kreis, im Rahmen der REGIONALE ein wichtiges Handlungsfeld. Schröder nannte mit dem Ausbau der wissenschaftlichen und technologischen Basis, dem Transfer Wissenschaft und Wirtschaft sowie der Qualifizierung und Bildung noch weitere. Landrat Frank Beckehoff regte deshalb eine Kooperation zwischen der Fachhochschule Südwestfalen und der Universität Siegen an. Sein Amtskollege Paul Breuer aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein stimmte zu: „Ich glaube nicht, dass es so etwas schon gibt.“

Heinz Rittmeier, DGB-Regionsvorsitzender Hellweg-Sauerland, stellte heraus, die Industriere-gion brauche auch nicht-akademische Fachkräfte. Er forderte ein Netzwerk der Bildungsträger. Obwohl der Focus beim Zukunftsforum deutlich auf wirtschaftliche und Bildungsthemen lag, wurde immer wieder betont, alle Entwicklungen dürften nicht zu Lasten der Natur und Umwelt gehen. Seit Jahrhunderten habe es Südwestfalen geschafft, eine führende Industrieregion mit intakter Natur zu sein. Das müsse auch so bleiben. Dass es dafür Ideen gibt, erläuterte Jens Peuker, Vorsitzender des Naturschutzbundes Märkischer Kreis.

Er regte ein Kompetenzzentrum für nachwachsende Rohstoffe an.Die Idee, eine Dachmarke Südwestfalen aufzubauen, wurde von allen Diskussionsteilnehmern begrüßt. Positives Beispiel aktuell sei die Umbenennung der Handwerkskammer Arnsberg in Handwerkskammer Südwestfalen. „Damit haben wir bisher nur gute Erfahrungen gemacht“, so dessen Hauptgeschäftsführer Wolfgang Boecker. „Wir brauchen uns nicht umzubenennen, wir heißen ja schon so“, entgegnete schmunzelnd Hans-Peter Rapp-Frick, Hauptgeschäftsführer der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen.
Wichtig sei jetzt, die Menschen im Rahmen der REGIONALE-Bewerbung mitzunehmen, so Landrat Aloys Steppuhn aus dem Märkischen Kreis. „Das Wir-Gefühl muss sich noch stärker herausbilden und festigen. Es ist jetzt wichtig, dass sich viele andere anschließen“, so Steppuhn. „Ich habe keinen Zweifel daran, dass wir den Zuschlag für die REGIONALE bekommen“, verbreitete Olpes Kreisdirektor Theo Melcher Optimismus.

Er forderte zu einer breiten Diskussion auf. „Wir sind kein geschlossener Club, der sich auf den Weg macht. Die Menschen der Region, immerhin fast 1,5 Millionen, müssen zum Mitmachen bewegt werden.“

 

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