Deutschland, 30.08.2007 10:13 Uhr (suth)
Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach.
Arbeitslosenzahl sinkt auf 30.000
Stellenangebot steigt auf über 2.300
Nach dem saisonüblich ruhigeren Fahrwasser auf dem Arbeitsmarkt in den Sommerferien belebte sich im Anschluss das Geschehen recht kräftig. So schieden nicht nur erheblich mehr Männer und Frauen aus der Arbeitslosigkeit aus, sondern dem Arbeitgeberservice von Agentur und Arbeitsgemeinschaftenwurden auch wieder mehr Vermittlungsaufträge durch die Betriebe erteilt.
„Die vorübergehende Beruhigung des Arbeitsmarktgeschehens im Juli hat mich, da sie saisonüblich war, nicht beunruhigt; um so mehr freue ich mich, dass meine Erwartungen
hinsichtlich einer Belebung im August in diesem deutlichen Maße eingetreten sind“, so Martin Klebe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit.
„Nach dem stärksten Rückgang der Arbeitslosenzahl in einem August dieses Jahrzehnts erwarte ich, dass wir im September die 30.000er Grenze bei den Arbeitslosen nach fünf Jahren endlich unterschreiten. Die vergleichsweise hohe Nachfrage nach Arbeitskräften ermöglicht auch älteren und längerfristig Arbeitslosen bessere Reintegrationschancen.“
Im Laufe der letzten vier Wochen meldeten sich 4.280 Männer und Frauen erstmals oder erneut arbeitslos, lediglich 1.469 kamen unmittelbar aus einer Erwerbstätigkeit. Gleichzeitig schieden 5.230 Personen aus der Arbeitslosigkeit aus, von ihnen nahmen 1.782 eine Erwerbstätigkeit auf; weitere 970 eine Ausbildung oder eine Qualifizierungsmaßnahme.
Im August belief sich danach die Zahl der Arbeitslosen in der
Region auf 30.004, dies waren 968 oder 3,1 Prozent weniger als im Juli und 7.415 oder 19,8 Prozent weniger als im August 2006. Besonders deutlich ging dabei die Zahl der jüngeren Arbeitslosen (im Alter bis unter 25 Jahren) zurück; hier reduzierte sich die Arbeitslosigkeit innerhalb der letzten vier Wochen um 183 oder 5,0 Prozent auf 3.479 und um 1.183 oder 25,4 Prozent innerhalb der letzten zwölf Monate. Der
Ausbildungsbeginn 1. August und der Nachfragezuwachs nach den Sommerferien haben diese Entwicklung erwartungsgemäß begünstigt. Von den 30.004 Arbeitslosen
zählten 11.046 zu den Kunden der Agentur für Arbeit (-671 oder -5,7 Prozent) und 18.958 zu denen der Job-Center der Arbeitsgemeinschaften (-297 oder-1,5 Prozent).
Die Arbeitslosenquote lag im August bei 8,2 Prozent nach 8,4 Prozent im Juli und 10,3 Prozent im August 2006.
2.256 Stellenangebote boten im August eine normale sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, dies waren 27 oder 1,2 Prozent mehr als im Juli und 685 oder 43,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. In einigen Bereichen wurden Stellenangebote hinsichtlich ihres Umfangs von den Auftraggebern reduziert, da es zurzeit keine realistische
Chance gibt in diesem Umfang geeignete Arbeitnehmer zu finden. Dies traf vor allem Stellen im metallverarbeitenden Bereich.
So berichtete ein hiesiges Zeitarbeitsunternehmen, dass sogar osteuropäische Vermittlungsagenturen z. B. keine qualifizierte
Schweißer mehr vermitteln können, da diese auch im eigenen Land gebraucht werden. Mitunter können Stellen nur dann besetzt werden, wenn Kompromisse gemacht werden und einzustellende Mitarbeiter im Betrieb weiter qualifiziert werden. 6 von 10 Stellen boten eine Beschäftigung in Fertigungsberufen oder Technischen Berufen.
Neben metallerzeugenden und –verarbeitenden Tätigkeiten wurden auch Elektriker und Kräfte im Bereich Lager, Transport und Verkauf gesucht. Die Arbeitslosigkeit ging in den Regionen des Agenturbezirks sehr unterschiedlich zurück, besonders deutlich erfolgte der Rückgang in Leverkusen (-5,4 Prozent).
Im August gab es im Rheinisch-Bergischen Kreis noch 11.174 Arbeitslose, 207 oder 1,8 Prozent weniger als im Juli und 2.403 oder 17,7 Prozent weniger als vor einem Jahr. 4.309 arbeitslose Männer und Frauen gehörten zum Kundenkreis der Agentur für Arbeit (Vormonat: 4.475) und 6.865 zu dem der Kooperationsgemeinschaft K-A-S (6.906).
Der Rückgang erfolgte vor allem bei den unter 25-jährigen Arbeitslosen (-6,0 Prozent); auch im Vergleich zum Vorjahr hat sich diese Personengruppe deutlich verringert (-29,7 Prozent). Die Arbeitslosenquote belief sich auf 8,0 Prozent, nach 8,1 Prozent im Juli und 9,7 Prozent im August 2006. Das Stellenangebot hat noch weiter zugenommen und umfasste zuletzt 647 normale sozialversicherungspflichtige
Beschäftigungsmöglichkeiten (Juli: 596, August 2006: 461).
Im Hauptagenturbezirk (Bergisch Gladbach, Odenthal, Kürten, Overath und Rösrath) sank die Arbeitslosenzahl nur leicht um 80 oder 1,0 Prozent auf 8.057, das waren 1.722 oder 17,6 Prozent weniger als im vorigen Jahr. 3.048 Arbeitslose gehörten zum Kundenkreis der Agentur (-2,5 Prozent) und 5.009 (-0,1 Prozent) zu dem der Standorte der K-A-S. Die Arbeitslosenquote lag mit 8,2 Prozent über dem Kreisdurchschnitt (Juli: 8,3 Prozent; August 2006: 10,0 Prozent). 480 Stellenangebote bezogen sich auf eine normale sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, dabei wurden
vor allem Dekorateure, Vertreter, Elektroinstallateure, Versicherungsfachleute, Bürokaufleute, Köche, Lagerkräfte und Betriebswirte gesucht.
Im Nordkreis ging die Arbeitslosigkeit deutlich stärker zurück als im Altteil des Kreises. Mit 3.117 arbeitslosen Männern und Frauen wurde der Stand vom Juli um 127 oder 3,9 unterschritten und der vom August 2006 um 681 oder 17,9 Prozent. 1.261 Arbeitslose zählten zu den Kunden der Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit in Wermelskirchen und 1.856 zu den Standorten der K-A-S in Leichlingen, Burscheid
und Wermelskirchen.
Die Arbeitslosenquote für die drei Städte im Kreisnorden sank
von 9,0 Prozent im Vorjahr über 7,6 Prozent im Vormonat auf nunmehr 7,3 Prozent. Das Stellenangebot umfasste 167 normale versicherungspflichtige Beschäftigungen.
Gesucht wurden hier vor allem Teilezurichter, Kabelwerker, Tischler, Buchhalter, Dreher und Kraftfahrzeugführer.
Auch im Oberbergischen Kreis ging die Arbeitslosigkeit im August wieder zurück.
Gegenüber Juli 2007 sank die Zahl der Arbeitslosen um 273 oder 2,6 Prozent auf 10.230 und lag damit um 3.104 oder 23,3 Prozent unter dem Stand des Vorjahres.
Hier profitierten insbesondere ältere und längerfristig Arbeitslose von der Entwicklung. 3.952 Arbeitslose gehörten zu den Kunden der Agentur für Arbeit und 6.278 zu denen der ARGE Oberberg. Die Arbeitslosenquote betrug im Kreisgebiet 7,1 Prozent nach 7,2 Prozent im Juli und 9,3 Prozent im August 2006. 982 gemeldete freie Stellen boten eine normale sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Hier überwogen die Angebote für Beschäftigungen in Fertigungsberufe und in Technischen Berufen.
Nach 896 Zugängen und 1.049 Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit sank die Zahl der arbeitslosen Männer und Frauen im Bezirk Gummersbach um 151 oder 2,8 Prozent
auf 5.333. Im Vergleich zum Vorjahr gab es in der Kreismitte 1.785 oder 25,1 Prozent weniger Arbeitslose. 3.642 Arbeitslose zählten zum Kundenkreis der Geschäftsstelle der Agentur und 5.297 zu denen der Arbeitsgemeinschaft. Die Arbeitslosenquote lag nunmehr bei 6,8 Prozent nach 7,0 Prozent im Vormonat und 9,2 Prozent im Vorjahresmonat. 502 angebotene Stellen beinhalteten eine normale sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Gesucht wurden vor allem Lagerkräfte, Gastronomiemitarbeiter, Elektroingenieure, Schweißer, Dreher und Schlosser.
Auch im Kreissüden (Waldbröl) ist die Arbeitslosenzahl in den letzten vier Wochen weiter gesunken. Mit 2.603 Männern und Frauen wurde der Stand vom Juli um 69 oder 2,6 Prozent unterschritten und der vom August des Vorjahres um 689 oder 20,9 Prozent. 969 Arbeitslose zählten zu den Kunden der Geschäftsstelle der Agentur und 1.634 wurden von den Standorten der ARGE Oberberg betreut.
Die Arbeitslosenquote von 7,8 Prozent lag wieder – nach dem Zwischenhoch im Juli – auf dem Niveau des Junis und fiel auch deutlich niedriger aus als ein Jahr zuvor (9,9 Prozent). 150
Stellen im Südkreis boten eine normale sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, dabei suchten die Betriebe vor allem Helfer in der Kunststoffverarbeitung, Reisende, Altenpfleger, Tischler, Betonfertigteilbauer und Elektroinstallateure. Im Städtedreieck des Nordkreises konnte ebenfalls ein Rückgang der Arbeitslosenzahl erzielt werden. Im August sank die Zahl der arbeitslosen Männer und Frauen um
53 oder 2,3 Prozent auf 2.294, dies waren 630 oder 21,5 Prozent weniger als vor Jahresfrist. 913 Arbeitslose fanden in der Geschäftsstelle der Agentur in Wipperfürth ihre Ansprechpartner und 1.381 Personen zählten zu den Kunden der ARGE in Radevormwald, Hückeswagen und Wipperfürth.
Die Arbeitslosenquote stellte sich im August auf 7,0 Prozent nach 7,1 Prozent im Juli und 9,0 Prozent im Vorjahr. Die Betriebe
im Nordkreis boten für 330 Stellen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung an, dabei suchten sie vor allem Dreher, Verkäufer, Werkzeugmacher, Bauschlosser, Elektroinstallateure und Zentralheizungs- und Lüftungsinstallateure.
Im August zeigte sich nun auch in Leverkusen ein deutlicher Rückgang der Arbeitslosigkeit. Mit 8.600 Arbeitslosen wurde der Stand vom Juli um 488 oder 5,4 Prozent unterschritten, dabei konnten nicht nur Jugendliche sondern auch Ältere und Behinderte an der Entwicklung teilhaben. Die Arbeitslosenzahl vom Vorjahr wurde um 1.908 oder 18,2 Prozent unterschritten. 2.785 Arbeitslose gehörten zum Kundenkreis der Agentur und 5.815 zu denen der Arbeitsgemeinschaft Leverkusen (AGL). Die Arbeitslosenquote nähert sich der 10 Prozent-Grenze und betrug 10,4 Prozent nach 11,0 Prozent im Vormonat und 13,0 Prozent im August 2006. Von den angebotenen Stellen bezogen sich 627 auf eine normale sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.
Die Leverkusener Betriebe suchten vor allem Hilfskräfte in der Metallverarbeitung, Teilzurichter, Schweißer, Gärtner, und Elektroinstallateure.