Deutschland, 17.02.2008 13:47 Uhr (sor)
Viele Jahre führte „Let’s make Music“, die Initiative zur Förderung des aktiven Musizierens, auf der Bildungsmesse eher ein Schattendasein. Noch vor kurzer Zeit musste man – zum Beispiel auf dem Messegelände in Hannover - lange nach dem kleinen Stand suchen. In den letzten Jahren hat sich das deutlich geändert. Ob nun die viel zitierte Bastian-Studie oder eher der „Berliner Appell“ für Bewegung gesorgt hat, so ganz genau kann das wohl niemand sagen. Jedenfalls ist ohne Zweifel eine Menge in Bewegung geraten.
Projekte in der Größenordnung von JEKI („Jedem Kind ein Instrument“), einer Initiative im Ruhrgebiet, wird man in abgelegeneren Regionen wohl vergebens suchen. Aber das gemeinsame Musizieren beginnt bekanntlich nicht mit Streicher- oder Bläserklassen! Mit Unterstützung von M.I.B., einem Musikgeschäft in Kierspe, konnte vor einiger Zeit an der Städtischen Realschule Meinerzhagen immerhin ein Projekt finanziert werden, bei dem – im Klassensatz – Blockflöten mit Präzisionswerkzeugen der Firma Mollenhauer aus Fulda gefertigt wurden.
Ein Teil der Instrumente wird auch in diesem Jahr wieder auf der Bühne von „Let’s make Music“ zu sehen und zu hören sein. Zwar war die Finanzierung der Schulfahrt um die Jahreswende noch keinesfalls gesichert, doch die Gruppe konnte mit allerlei kleineren Auftritten in der Weihnachtszeit die Projektkasse deutlich stärken. Da in den letzten Jahren an der SRM in Abständen immer mal wieder eine CD entstanden ist, trug auch die diesjährige Verkaufsaktion zur Weihnachtszeit mit dazu bei, dass man dem Ziel ein Stück näher kam. Die Erlöse waren diesmal für das Didacta-Projekt bestimmt. Von Beginn an ging es darum, den Eigenanteil möglichst gering zu halten, denn eine Teilnahme einzelner Schülerinnen und Schüler sollte keinesfalls an den Kosten scheitern.
„Wer wirklich will, der fährt mit“, hießt das Motto ... und alles andere wird sich schon klären. Im vergangenen Jahr hatte sich die Gruppe auf der Bildungsmesse in Köln nach dem Messebesuch spontan entschlossen, im Eingangsbereich „Straßenmusik“ zu machen. Auch damit lassen sich bekanntlich kleinere Löcher stopfen!
Am 21. Februar geht es nach der vierten Unterrichtsstunde los. Etwas mehr als 20 Personen werden sich dann für drei Tage auf den Weg nach Stuttgart machen, um am 22. Februar insgesamt dreimal für jeweils eine halbe Stunde ein kleines Programm zu bieten, in dem sowohl Klassenmusizierkonzepte als auch eine Reihe von Liedern dargeboten werden. Die Gruppe ist übrigens jahrgangsübergreifend, begleitet wird sie von Musiklehrer Stefan Wennemann und einigen Müttern und Vätern, die leicht für die Sache zu begeistern waren. Weitere Informationen zum Projekt gibt es unter www.realschule.kulturserver.de.
(Text: Stefan Wennemann)