Deutschland, 25.06.2008 10:19 Uhr (sor)
Kreis Soest. Landrätin Eva Irrgang, der Werler Bürgermeister Michael Grossmann und NRW-Schulministerin Barbara Sommer haben am Montag, 23.Juni 2008, in Düsseldorf eine Kooperationsvereinbarung über ein regionales Bildungsnetzwerk im Kreis Soest unterzeichnet. Ziel ist es, ab dem 1. August 2008 alle kommunalen und gesellschaftlichen Kräfte vor Ort unter Federführung der Kreisverwaltung zur Unterstützung der 150 Schulen im Kreis Soest zu bündeln.
Das Regionale Bildungsnetzwerk löst das am 31. Juli auslaufende Pilotprojekt „Selbstständige Schule“ des Landes ab. Darin hatten seit 2002 die Stadt Werl und die Stadt Arnsberg (Hochsauerlandkreis) über die Kreisgrenze hinweg zusammengearbeitet. Diese Bildungsregion Arnsberg/Werl wird durch eine jeweils kreisweite Bildungsregion im Kreis Soest und im Hochsauerlandkreis abgelöst. Schulministerin Sommer bescheinigte den Städten Werl und Arnsberg mit einer Urkunde, dass sie am Projekt „Selbstständige Schule“ mit großem Engagement teilgenommen hätten.
Von den in Werl gesammelten Erfahrungen soll jetzt die gesamte Bildungsregion Kreis Soest profitieren. Es werden drei Gremien geschaffen: Eine regionale Bildungskonferenz, ein Lenkungskreis und eine Geschäftsstelle im Kreishaus. Letztere wird vom Land mit einem Pädagogen und vom Kreis mit einer Verwaltungskraft besetzt.
Landrätin Eva Irrgang (l.), der Werler Bürgermeister Michael Grossmann (r.) und NRW-Schulministerin Barbara Sommer haben am Montag, 23. Juni 2008, im Goethe-Museum Düsseldorf eine Kooperationsvereinbarung über ein regionales Bildungsnetzwerk im Kreis Soest unterzeichnet. Foto: Wieschmann/Bezirksregierung Arnsberg
Der Schulausschuss des Kreises hatte sich, ohne die Absicht des Landes zu kennen, Bildungsregionen zu etablieren, bereits 2007 ausführlich mit den Notwendigkeiten einer Vernetzung der Bildungsträger und Bildungsverantwortlichen im Kreisgebiet auseinander gesetzt. Dazu war eine fraktionsübergreifende Lenkungsgruppe gebildet worden. Das dort entwickelte Projekt „Pro Bildung“ als Instrument einer Bildungsplanung floss in die Kooperationsvereinbarung mit dem Land ein.
Nach Ansicht des Landes schaffen die regionalen Bildungsnetzwerke den Schulen, Kommunen und der Schulaufsicht bisher nicht bekannte Informations- und Kommunikationsplattformen. Die Schulen sollen sich schulformübergreifend vernetzen, mit dem Schulträger und der Schulaufsicht eng zusammenarbeiten und unbürokratisch den Fortbildungsbedarf und Ressourceneinsatz abstimmen. Mit ins Boot im Kreis Soest sollen alle regionalen Experten, zum Beispiel Jugendhilfe, Kammern und Agentur für Arbeit.
„Die Schulen müssen geöffnet werden für Erfahrungen aus den Bereichen Kunst und Sport, aus dem praktischen und beruflichen Leben“, betonte Schulministerin Barbara Sommer bei der Unterzeichung der Kooperationsvereinbarung in Düsseldorf. Mit dem Schulgesetz seien den Schulen nach innen mehr Freiräume und Selbständigkeit gegeben worden. Der notwendige zweite Schritt sei, alle Schulen nach außen mit all jenen zu vernetzen, ohne deren Beitrag eine gute Schule nicht gelingen kann. Ministerin Sommer: „Gute Schulen sind eigenverantwortliche Schulen. Und: Gute Schulen sind solche, die mitten im Leben stehen, die in Gesellschaft und Wirtschaft verankert sind. Wer eine ganzheitliche Bildung will, muss das Interesse aller an Schulen wecken und bündeln.“ Mit den regionalen Bildungsnetzwerken hätten das Land Nordrhein-Westfalen und die Städte und Kreise die Chance, aber auch die Pflicht, flächendeckend miteinander zu kooperieren und ein ganzheitliches Bildungskonzept zu entwickeln.