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Übergang zwischen Schule und Beruf koordinieren

Deutschland, 19.03.2010 10:05 Uhr (lenneper)

Hochsauerlandkreis. „Die Bildungsverantwortung findet nicht nur im Klassenzimmer statt“, sagt Ulrich Neumann, Schulaufsichtsbeamter des Hochsauerlandkreises, und verweist damit auf den Bildungsauftrag, dem auch Städte und Gemeinden verpflichtet sind. Um eine höhere Transparenz und Kooperationsbereitschaft zu erreichen, hat der HSK nun erstmals eine zentrale Bildungskonferenz in Meschede einberufen.

Übergeordnetes Ziel sei dabei der Aufbau einer „Bildungsregion Hochsauerlandkreis“, verdeutlicht Landrat Dr. Karl Schneider: „Bildung ist die wichtigste Zukunftsaufgabe. Gerade in diesem Bereich dürfen wir keine Talente liegen lassen, sondern müssen alle mitnehmen“.
Um dies zu gewährleisten, wurde im HSK eine neue Steuerungsstruktur geschaffen: die „Regionale Steuergruppe“ legt die Bildungsstrategie fest und das neu eingerichtete „Bildungsbüro“ in der Kreisverwaltung als Koordinationsgremium setzt diese Beschlüsse für die verschiedenen Bildungsanbieter um. Die Bildungskonferenz berät dabei über die Themen, die von der Regionalen Steuergruppe bewertet und beschlossen und vom Bildungsbüro umgesetzt werden.

Initiatoren der ersten Bildungskonferenz: Wolfgang Böhm (Fachbereichsleiter für Schulen und Jugend HSK), Ulrich Neumann (Schulaufsichtsbeamter HSK), Klaus Poelke (Koordinator Bezirksregierung Arnsberg) und Landrat Dr. Karl Schneider (v.l.n.r.).
Initiatoren der ersten Bildungskonferenz: Wolfgang Böhm (Fachbereichsleiter für Schulen und Jugend HSK), Ulrich Neumann (Schulaufsichtsbeamter HSK), Klaus Poelke (Koordinator Bezirksregierung Arnsberg) und Landrat Dr. Karl Schneider (v.l.n.r.).

„Es geht darum, einen regelmäßigen und zielgerichteten Austausch zwischen den Bildungsanbietern im Hochsauerlandkreis stattfinden zu lassen“, erläutert Wolfgang Böhm, Fachbereichsleiter für Schulen und Jugend beim HSK. So solle die Neustrukturierung dabei helfen, dass beispielsweise Kindergärten und Grundschulen oder Gymnasien und Fachhochschulen enger zusammenarbeiten und ein gemeinsames Anforderungsprofil für den Übergang erarbeiten.

Gemeinsames Konzept für Übergänge erarbeiten

Die Schwerpunkte eines solchen Konzeptes sollen bei der erstmalig einberufenen Bildungskonferenz sowohl allgemein auf den Weg gebracht als auch individuell erarbeitet werden. Die Bildungsregion Hochsauerlandkreis konzentriert sich hier vor allem auf vier Bereiche:
Zunächst geht es um die „Systematische Schulentwicklung“, bei der die Kreisverwaltung ein Managment-Training für Schulleiter und schulische Steuergruppen sowie in den Berufskollegs zusätzlich für die zweite Führungsebene anbietet. Damit möchte man dem demographischen Wandel entgegenwirken und die Schulen auf die kommenden Anforderungen und Aufgaben in der Schulentwicklung vorbereiten. An dem Prozess sind zurzeit 31 allgemeinbildende Schulen und 6 Berufskollegs beteiligt.
Ein weiterer Schwerpunkt wird auf die Übergangsphasen, vor allem der von Schule auf Beruf gelegt. Das bewährte Modell „Pro Berufsorientierung (ProBe)“ wurde mittlerweile fast flächendeckend im HSK eingeführt (der SauerlandKurier berichtete). Darüber hinaus wird es am Berufskolleg Olsberg im kommenden Schuljahr eine Initiative „Übergangscoaching“ geben, in der ein spezieller Schulsozialarbeiter Schüler individuell beraten und nach Möglichkeit in duale Ausbildungen vermitteln soll.

Umsetzbarkeit in alle Kommunen koordinieren

Die Förderung im mathematisch, naturwissenschaftlich, technischen und Informatik-Bereich unter dem Stichwort „MINT“ hat bereits zur Gründung des „zdi Zentrums Bildungsregion Hochsauerlandkreis“ geführt und repräsentiert das dritte Kernanliegen des Konzeptes.
Schließlich wird der Kreis in diesem Jahr 60000 Euro für freiwillige schulbegleitenden Sprachförderung aufwenden sowie seine Erzieher speziell dazu in den Berufskollegs schulen. Denn ein Fünftel aller Kinder im HSK weisen diesen Sprachförderbedarf auf.
Um dieses Gesamtkonzept vorzustellen und die konkrete Umsetzbarkeit in den einzelnen Kommunen zu prüfen, wurde die Bildungskonferenz einberufen. Klaus Poelke, Koordinator dieses Projektes bei der Bezirksregierung Arnsberg dazu: „Nicht wir wissen sondern wir bringen Wissende zusammen“. Diese Wissenden sollen Konzepte erarbeiten, die letztlich von den Regionalen Steuerungsgruppen und dem Bildungsbüro umgesetzt werden.

 

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