Deutschland, 14.05.2010 14:43 Uhr (lenneper)
Schwerin. Vor dem Hintergrund sinkender Bewerberzahlen haben die Arbeitsagenturen und die Wirtschaftskammern im Land eine gemeinsame Ausbildungskampagne gestartet.
Zum Auftakt der bis zum Jahresende angelegten Aktion besuchten 200 Mitarbeiter der Agenturen für Arbeit und der Arbeitsgemeinschaften am Dienstag mehrere Hundert Betriebe, um zusätzliche Ausbildungsplätze einzuwerben und um Bewerbungen von Jugendlichen in den Firmen vorzustellen. In Mecklenburg-Vorpommern seien die Chancen auf dem Ausbildungsmarkt noch nie so gut gewesen, sagte der Chef der Regionaldirektion Nord, Jürgen Goecke, in Schwerin. Aktuell seien noch 5724 unbesetzte Ausbildungsstellen bei den Arbeitsämtern gemeldet, fast elf Prozent mehr als vor einem Jahr.
Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) forderte die Jugendlichen auf, die Ausbildungsmöglichkeiten im eigenen Land zu nutzen. Er warnte sie allerdings davor, zu glauben, dass sie wegen der sinkenden Bewerberzahlen jetzt automatisch mit einer Lehrstelle versorgt würden. Nach wie vor würden gute Noten und Tugenden wie Motivation, Disziplin und Pünktlichkeit erwartet, betonte der Ressortchef.
Er und Goecke appellierten an die Betriebe, angesichts der demografischen Entwicklung sich bereits jetzt um die künftigen Fachkräfte zu bemühen. Der Wettbewerb der Regionen und Branchen um Jugendliche habe schon begonnen, sagte der Regionaldirektionschef. Er ermunterte die Personalverantwortlichen, auch Schülern mit nicht so guten Zeugnissen eine Chance zu geben. Er verwies darauf, dass die Agentur für Arbeit für diese Zielgruppe ausbildungsbegleitende Hilfen wie zusätzlichen Deutsch- oder Mathematikunterricht anbietet.
Seidels Angaben zufolge wird sich der Rückgang der Bewerberzahlen in den nächsten beiden Jahren fortsetzen, weil 2010 nur etwa 11 600 und 2011 gerade einmal 10 700 Mädchen und Jugend die Schule beenden werden. 2009 waren es noch 13 200 Jugendliche, 1996 insgesamt 30 000. Wurden 2000 noch über 51 600 Ausbildungsverträge geschlossen, waren es neun Jahre später 17 800 weniger.
MVregio Landesdienst mv/sn