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Hauswirtschaftslehre und -prüfung soll angepasst werden

Deutschland, 26.05.2010 17:10 Uhr (lenneper)

Nordrhein-Westfalen. Die Ausbildung in der Hauswirtschaft auf die neue Prüfungsordnung anzupassen gestaltet sich zunehmend als schwierig. Aus diesem Grund kamen jetzt auf Initiative von Anne Bertram (BBZ Soest) und Lilian Rickert (Blindenaltenheim Meschede) Ausbilderinnen und Prüferinnen der Landwirtschaftskammer auf Haus Düsse zusammen um mit dem zuständigen Minister Eckhard Uhlenberg die derzeitige Problemlage zu erörtern.

Vor Ort waren auch die zuständige Referatsleiterin im Ministerium Dorothea Delpino und Dr. Barbara Laubrock von der Landwirtschaftskammer Münster. Nachdem Lilian Rickert die Ausbildungssituation aus Sicht der Ausbilderinnen darstellte, wurden von Dr. Barbara Laubrock Zahlen über Ausbildungsabschlüsse und Bestehensquoten in den Abschlussprüfungen dargestellt. In Minister Uhlenberg fanden die Ausbilderinnen einen sehr interessierten Zuhörer, der den dringenden Handlungsbedarf bezüglich einer Veränderung der Ausbildungssituation erkannte.

Der Arbeitskreis Hauswirtschaft der Region Hochsauerland stellte sehr deutlich dar, dass sich das Berufsbild der Hauswirtschaft weiter entwickelt hat – weg vom klassischen Kochen, Putzen, Waschen hin zum Management im hauswirtschaftlichen Versorgungsbereich. Gefragt sind heute Fachkräfte mit fundierten Kenntnissen auch in der Hygiene.

Kaum noch passendes Bewerberpotential

Immer mehr macht den Ausbilderinnen heute zu schaffen, dass das passende Bewerberpotential kaum noch zu finden ist. Denn selbst gängige Lebensmittel wie zum Beispiel Schwarzwurzeln sind heute nicht mehr jeder Bewerberin bekannt. Prüfungsinhalte werden seitens der Ausbilderinnen ebenfalls als nicht mehr zeitgemäß erachtet. In einem Prüfungsteil steht einer Auszubildenden 60 Minuten zum Reinigen einer Backform zur Verfügung. Eine Industriespülmaschine schafft ein gleichwertiges Ergebnis in zehn Prozent der Zeit mit einem Ergebnis, das auch den hohen hygienischen EU Standards entspricht.

Forderungen auf Landes- und Bundesebene anpassen

Der Arbeitskreis Hauswirtschaft fordert nun eine Anpassung der Prüfungsordnung, Prüfungsinhalte und der Berichtshefte an betriebliche Praxis mit deren personellen Ressourcen im Sinne einer zeitgemäßen Ausrichtung. Die knapp 30 Fachkräfte aus Betrieben und auch Berufskollegs aus dem Hochsauerlandkreis, dem Kreis Soest sowie den Kreisen Unna und Hamm zeigten sich zufrieden mit einem guten Diskussionsergebnis und dem Versprechen, die Anliegen und Anregungen weiterzutragen bis auf Landes- und Bundesebene.

arbeitskreis
Die Teilnehmer der Fachtagung zeigten sich optimistisch, dass die dringend notwendige Reform der Hauswirtschaftsprüfung auch auf Bundesebene in Angriff genommen wird.

 

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