Deutschland, 26.10.2011 08:56 Uhr
Irgendwann kommt im Berufsleben der Punkt, an dem man eine höhere Position anstrebt. Wer beispielsweise eine kaufmännische Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat und mindestens zwei Jahre lang im Einkauf oder in der Logistik gearbeitet hat, kann sich mithilfe einer Aufstiegsfortbildung der Industrie-und Handelskammern (kurz IHK) für eine leitende Funktion qualifizieren.
Alternativ kann man auch eine andere Berufsausbildung abgeschlossen haben, muss dafür aber über drei Jahre Berufspraxis im Einkauf oder in der Logistik verfügen, oder aber man besitzt mindestens fünf Jahre Berufserfahrung im Einkauf oder in der Logistik. Nach dem 18-monatigen Lehrgang kann man sich als Fachkaufmann für Einkauf und Logistik in kleineren und größeren Unternehmen um die Optimierung einzelner Abläufe kümmern, bestmögliche Geschäftszahlen erzielen und neue Kontakte aufbauen.
Inhalte und Ziele der Fortbildung
Während des anderthalbjährigen Lehrgangs müssen sich die Teilnehmer mit den Themen Lern- und Arbeitsmethodik, Einkaufspolitik und –marketing, Logistikstrategien, betriebswirtschaftliche Steuerung im Einkauf und der Logistik, SAP® ERP Grundlagen, SAP® ERP Prozesse der Fremdbeschaffung (SCM), Qualitätsmanagement in Einkauf und Logistik, rechtliche Gestaltung in Einkauf und Logistik, Personalführung, Team- und Projektmanagement auseinandersetzen. Am Ende der Fortbildung werden alle Teilnehmer von der IHK auf ihr Wissen und die neu gewonnenen Kenntnisse geprüft.
Ziel der Fortbildung ist es, die Teilnehmer für eine leitende Position zu qualifizieren. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Lehrgangs sollen die Fachkaufleute in der Lage sein, alle geforderten Einkaufs- und Logistikprozesse zu planen, zu steuern und zu disponieren. Des Weiteren müssen sie Lieferantenbeziehungen herstellen und pflegen, Verhandlungen führen können und Verträge abschließen. Darüber hinaus sind sie in der Lage, Marketingmaßnahmen für den Einkauf oder logistische Konzepte in einem Unternehmen zu entwickeln und umzusetzen. Zu guter Letzt können die Absolventen im Controlling oder Qualitätsmanagement bzw. im Projektmanagement arbeiten.
Finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten
Um die Fortbildung zu finanzieren, kann man Meister-Bafög beantragen – vorausgesetzt, dass man sich auf einen Fortbildungsabschluss zum/zur Fachwirt/in vorbereitet und über eine nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) oder der Handwerksordnung (HwO) anerkannte, abgeschlossene Erstausbildung oder einen vergleichbaren Berufsabschluss verfügt. Der Antragsteller darf jedoch keine berufliche Qualifikation besitzen, die dem angestrebten Fortbildungsabschluss (in diesem Fall dem Fachkaufmann für Einkauf und Logistik) stark ähnelt. Erfüllt man alle Voraussetzungen, erhält man – einkommensunabhängig – einen Zuschuss zu den Maßnahmekosten über die jeweilige Landesbehörde in Höhe von 30,5 Prozent. Die restlichen 69,5 Prozent werden über KFW Fördermittel zinsgünstig finanziert. Nach der Fortbildung sind die ersten zwei Jahre anschließend erst einmal zins- und tilgungsfrei.
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