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Gute Nachrichten vom oberbergischen Ausbildungsmarkt - gut 20% mehr Stellen

Dokument: Deutschland, 05.04.2008 14:41 Uhr (sor)

Gummersbach. Anfang vergangener Woche präsentierte die "Ausbildungsinitiative Oberberg" ihre Halbjahreszahlen vom oberbergischen Ausbildungsmarkt in den Geschäftsräumen der Agentur für Arbeit in der Singerbrinkstrasse in der Kreisstadt Gummersbach.

Volker Petersmann appellierte an die oberbergische Wirtschaft:

"Nicht nachlassen!"

Die Zwischenbilanz konnte sich sehen lassen! IHK und Kreishandwerkerschaft verkündeten im Rückblick auf das vergangene Ausbildungsjahr 2007 ein in etwa gleich gutes Ergebnis von gut 20% mehr Ausbildungsstellen. Der guten Tradition folgend präsentierten die Mitglieder der "Ausbildungsinitiative Oberberg*" ihre Zwischenbilanz und prophezeiten, aufgrund der stark angezogenen Konjunktur, ein ähnliches Szenario für das laufende Ausbildungsjahr. Im Augenblick liegt man zwar noch deutlich hinter den Zahlen vom Vorjahr, aber durch die sehr frühen Osterferien, ist rein kalendarisch das aktuelle Jahr mit dem Vorjahr nicht direkt vergleichbar. Es wurde aber einstimmig vermutet, dass auch im aktuellen Jahr, die Anzahl der Ausbildungsstellen nochmals anziehen werden.

Foto: Sven-Oliver Rüsche
Foto: Sven-Oliver Rüsche

„Zurzeit bewegt sich diese Zuwachsrate zwischen 10 und 20 Prozent. Wir merken bei verschiedenen Gelegenheiten, dass wir auf ein gestiegenes Vertrauen in unsere Leistungsfähigkeit bei den Arbeitgebern treffen. Die verstärkte Einschaltung der Agentur für Arbeit sagt aber noch nichts über die Entwicklung des Gesamtangebots“, sagte der Chef der Arbeitsagentur Martin Klebe.

Demographischer Wandel reduziert erstmals merkbar die Bewerberanzahl!

Im aktuellen und im letzten Jahr merken die Ausbilder erstmals eine stark verringerte Bewerberzahl. Der demographische Wandel ist somit erstmals auch im Oberbergischen spürbar. Für den regionalen Ausbildungsmarkt bedeute dieser langfristige Trend zwar eine bessere Ausgangssituation für die Schüler, die nun viel leichter einen adäquaten Ausbildungsplatz finden können. Die Vertreter der Ausbildungsinitiative warnten jedoch einstimmig davor, dass nach wie vor vielen Bewerbern wichtige Schlüsselqualifikationen fehlen und nicht bedingungslos ausbildungsfähig sind. Die Schulen und die Wirtschaft müssen die geringere Schülerabsolventenanzahl noch besser auf die Anforderungen in der Wirtschaft vorbereiten. Wenn die Anzahl der Schulabgänger weiter stark sinken wird, dann wird der oberbergische Arbeitsmarkt noch stärker mit angrenzenden Regionen im Wettbewerb stehen, die dann ganz gezielt die "guten Schüler" umwerben werden. Darauf verwies IHK Zweigstellenleiter Rainer Lessenich.

Foto: Sven-Oliver Rüsche
Foto: Sven-Oliver Rüsche

Ausbildungsinitiative Oberberg zeigt wie wichtig eine koordinierte Zusammenarbeit aller Beteiligten ist

Mit Abschluss des Kalenderjahres 2007 konnte die Zweigstelle Oberberg der IHK Köln den Rekordzuwachs aus der vorläufigen Bilanz von Anfang Oktober bestätigen. Im Zuständigkeitsbereich der IHK wurden im Oberbergischen Kreis 1.219 Ausbildungsverhältnisse eingetragen; dies bedeutete einem Anstieg von 19,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr (1.023 Verträge). Sarah Wirtherle, Ausbildungsmatcherin in der Zweigstelle Oberberg hat bis Ende Dezember 2007 insgesamt 320 Beratungsgespräche mit Jugendlichen geführt, 129 Jugendliche wurden in Ausbildung (65), Praktikum (13) und EQJ (51) vermittelt. Im Jahr 2007/2008 wurden insgesamt 108 Einstiegsqualifizierungsverträge eingetragen. Bis Ende März wurden bisher 339 Verträge eingetragen, dies entspricht einem Rückgang von 7,6 Prozent gegenüber März 2007. Hierzu erklärte Rainer Lessenich, Leiter der IHK Zweigstelle: „Die Bilanz im vergangen Jahr 2007 war einfach toll. Wir freuen uns sehr über das riesige Engagement der oberbergischen Unternehmen, den Jugendlichen eine berufliche Zukunft zu bieten. Dank der guten Konjunktur sind wir zuversichtlich, dass das Ausbildungsjahr 2008 ebenso erfolgreich verlaufen wird. Die Zahlen der Zwischenbilanz sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht aussagekräftig.“

Im Jahr 2007 standen 1.638 Jugendliche in einem Berufsausbildungsverhältnis bei einem oberbergischen Handwerksbetrieb (1.623 Berufsausbildungsverträge zum Stichtag 31.12.2006). Der Anteil der Berufsausbildungsverträge erstes Ausbildungsjahr erhöhte sich dabei um 11,2% in 2007.

In den ersten beiden Monaten des Jahres 2008 schreibt sich diese positive Entwicklung zumindest als Trend weiter fort. Die Eingangszahlen liegen auf dem Vorjahresniveau 2007. Im Oberbergischen wurden bis 29.2.2008 bereits 64 Berufsausbildungsverträge eingetragen. Diese Zahlen sind jedoch nur ein – wenn auch ein sehr positiver – erster Trend für das aktuelle Jahr 2008, da sie nur einen Anteil von 15 Prozent am Gesamtvolumen ausmachen. Zum Jahresende 2007 wurden im Oberbergischen alleine 536 neue Berufsausbildungsverträge abgeschlossen.

Kai Uffelmann, Geschäftsführer bei der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land: „Deshalb können bis Juli eines Kalenderjahres nur trendartige Prognosen abgegeben werden. Die Mehrzahl der Berufsausbildungsverträge wird in den Monaten Mai bis August eines Kalenderjahres zur Eintragung gebracht. Ausbildungssuchende sollten daraus aber nicht schließen, dass ihre Bemühungen um einen Ausbildungsplatz erst mit Ende des letzten Schuljahres (Abschlussjahr) beginnen können. Eine Vielzahl der Betriebe hat bereits heute seine Bewerberinnen und Bewerber in eine engere Auswahl gezogen. Diverse betriebliche Praktika und Einstellungstests schließen sich zurzeit an. Wer noch einen Ausbildungsplatz für 2008 sucht, muss sich mit Hochdruck an die Suche und Bewerbung geben. Die Ausbildungsabteilung unterstützt Jugendliche bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Des Weiteren steht auf dem Handwerksportal der Kreishandwerkerschaft eine Fülle an Informationen rund um die Ausbildungsberufe im Handwerk und noch offener Lehrstellen unter www.handwerk-direkt.de bereit.“

Gleichzeitig mit der Zwischenbilanz zum Ausbildungsstellenmarkt zog die Ausbildungsinitiative eine derartige Zwischenbilanz für ihr Projekt „Oberbergische Koordinierungsstelle Ausbildung“:

Die Ausbildungsinitiative Oberberg will gemeinsam die Aussichten von Jugendlichen auf dem Ausbildungsmarkt verbessern. Aus diesem Grund startete die Ausbildungsinitiative Oberberg im Jahr 2006 mit einem neuen Konzept, und gründete die „Oberbergische Koordinierungsstelle Ausbildung“. Das Projekt wird zurzeit durch die Agentur für Arbeit gefördert, Träger des Projektes ist der Arbeitgeberverband Oberberg e. V. Die Oberbergische Koordinierungsstelle richtet sich an alle Schüler der Klasse 8, 9 und 10 der Haupt-, Real-, Förder- und Gesamtschulen in der Region und setzt bereits während der Schullaufbahn in der Phase der Ausbildungs- und Berufsorientierung an. „Dreh- und Angelpunkt ist eine engmaschige Begleitung des einzelnen Schülers vor dem eigentlichen Bewerbungsprozess“, erklärt Projektleiterin Claudia Fuchs: „Stärken-/ Schwächenanalysen, das Erfassen aller Schülerprofile und individuelle Betreuung der Schüler machen den gesamten Prozess transparent. Die intensive Beratung und Information über die Ausbildung der Schüler runden das innovative Konzept ab. In einer Datenbank sollen Angebote und Nachfragen zentral erfasst werden. Zu den wesentlichen Dienstleistungen gehört daher neben der aktiven Ansprache und Vernetzung aller Akteure auch die Einrichtung einer umfassenden Informations- und Kommunikationsplattform, die per Internet für alle Interessierten zugänglich ist. Alles findet in enger Abstimmung mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit und den Schulen statt.“

Foto: Sven-Oliver Rüsche
Foto: Sven-Oliver Rüsche

 
 
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