Deutschland, 10.08.2007 11:55 Uhr (suth)
Das Vorstellungsgespräch zur Erlangung eines Ausbildungsplatzes ist nichts anderes als eine mündliche Test- und Prüfungssituation und deshalb auch lern- und trainierbar.
Sie können und sollten sich darauf so gut vorzubereiten wie auf andere bereits von Ihnen absolvierte Prüfungen (Klassenarbeiten, Klausuren, Führerschein usw.).
Der Zeitaufwand für die Vorbereitung darf nicht zu knapp bemessen sein. Sich dafür eins, zwei Tage Zeit zu nehmen zahlt sich meistens aus.
Für welche Ausbildung Sie sich auch entscheiden – Sie sollten über Entstehung und Entwicklung des Berufs Bescheid wissen, berühmte Berufsvertreter/innen kennen, Aufgaben und Tätigkeiten etwas detaillierter beschreiben und Vor- und Nachteile benennen können.
Vor allem sollten Sie über ihre potenzielle Ausbildungsfirma gut bescheid wissen. Wenn Sie z.B. Industriekauffrau oder –mann werden wollen, müssen Sie schon wissen, wo die Firma ihren Firmenhauptsitz, die wichtigsten Niederlassungen im In- und Ausland hat, die Anzahl der Mitarbeiter, Produktpalette, ggf. den Kurs der Aktien etc. Angaben zu diesen Beispielen findet man meistens schon im Internet.
Allgemeine Informationen über Berufe erhalten Sie beim Berufsinformationszentrum des Arbeitsamtes (BIZ) und in den dort erhältlichen >>Blättern zur Berufskunde<<. Wenn Sie konkrete Informationen über ein bestimmtes Unternehmen wünschen, rufen Sie in der jeweiligen Abteilungen für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit an und erbitten Material. Zudem bekommen Sie Infos bei der Industrie- und Handelskammer. Und fragen Sie Leute, die bereits in der Branche/Firma arbeiten.
Der Verlauf des Vorstellungsgespräches
In der Regel verläuft ein Vorstellungsgespräch nach einem ganz bestimmten Muster. Sie können in den meisten Fällen davon ausgehen, dass folgende Themen besprochen werden.
1. Begrüßung und Einleitung des Gesprächs
2. Bewerbungs- und Berufswahlhintergründe
3. Schulausbildung und andere berufsnahe Qualitäten
4. Persönlicher, familiärer und sozialer Hintergrund
5. Gesundheitszustand
6. Test- und Prüfungsfragen
7. Informationen für den Bewerber/die Bewerberin
8. Fragen des Bewerbers/der Bewerberin
9. Abschluss des Gesprächs und Verabschiedung
Personalchefs, Ausbildungsleiter oder Firmeninhaber wollen im Vorstellungsgespräch neben äußeren Merkmalen wie Aussehen, Auftreten, Manieren, sprachliches Ausdrucksvermögen vor allem folgendes testen:
- Ihre Persönlichkeit
- Ihre Leistungsbereitschaft
- Ihre Eignung
Bei Fragen zu folgenden Themen brauchen Sie allerdings kein Statement abgeben.
z.B. nach:
- Parteiangehörigkeit
- Heirat
- Kinderwunsch
- Austritts- oder Kündigungsgrund im früheren Unternehmen
- Öffentlichen Ämtern und Ehrenämtern
- Mitgliedschaft in Vereinen und Verbänden
- Religionszugehörigkeit
- Vorstrafen
- Schwangerschaft
- Gewerkschaftszugehörigkeit
- Vermögensverhältnisse
In solchen Situationen können Sie einfach die Gegenfrage stellen, ob dieses Thema überhaupt relevant für den Job ist.
Zu spät beim Vorstellungsgespräch! Was nun...?
Unpünktlichkeit beim Vorstellungsgespräch ist die Fahrkarte nach Hause. Wie so oft zählt hier der erste Eindruck der für die Personalchefs, der in diesem Fall nicht negativer sein könnte. Schließlich sind diese auch Zeitgebunden und haben den Termin mit Ihnen fest im Terminkalender stehen.
Also Informieren Sie sich gründlich im Voraus über Ihren Anfahrtsweg!
Wiederum ist Überpünktlichkeit auch nicht der Idealfall.
So fünf Minuten vor dem abgemachten Termin sind optimal.
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