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Bergische Auszubildende sind mobil 61 Prozent der Azubis pendeln in eine andere Stadt oder Gemeinde Risiken für ortsnahe Fachkräfteversorgung

Dokument: Deutschland, 21.05.2008 13:05 Uhr (sor)

Von den 11.780 Auszubildenden, die in den Städten und Gemeinden des Agenturbezirks Bergisch Gladbach wohnen, pendeln fast 7.200 oder 61 Prozent in eine andere Kommune. Der strukturell unausgeglichene Ausbildungsmarkt im Bergischen macht auch für die Nachwuchskräfte eine regionale Mobilität erforderlich.

Martin Klebe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach, begrüßt einerseits den Trend zur Mobilität bei den jungen Leuten: „Die Jugendlichen können sich bei ihrer Suche nicht auf Ausbildungsstellen an ihrem Wohnort beschränken, denn nicht jeder Beruf wird vor der eigenen Haustür ausgebildet.“ Anderseits sieht er auch nachteilige Auswirkungen für die hiesige Region: „In diesem Zusammenhang beurteile ich die künftige Fachkräfteversorgung in der Region durchaus kritisch; wer vor Ort keinen adäquaten Ausbildungsplatz findet und pendelt bzw. ggf. abwandert, der wird nach der Ausbildung auch kaum als Fachkraft für die hiesigen Betriebe zur Verfügung stehen. Wenn in 19 von 22 Kommunen auswärtige Ausbildungskapazitäten die heimischen überschreiten, kann dies zu einem lokalen Fachkräfteverlust führen.“ So hat z. B. jeder Vierte bis Fünfte Auszubildende im Kunststoff-oder Metallbereich seinen Ausbildungsplatz außerhalb des Oberbergischen Kreises, im Rheinisch-Bergischen Kreis ist es sogar jeder Zweite und in Leverkusen sind es zwischen 50 und 90 Prozent. „Gerade diese Branchen suchen in der Region zur Zeit dringend versierte Fachkräfte“, so Klebe.

4.600 Azubis – 39 Prozent – haben ihren Ausbildungsplatz in einem Betrieb am Wohnort. Die Auspendlerquote der Azubis – 61 Prozent -weist eine breite regionale Streuung auf; sie reicht von 43 Prozent in Leverkusen bis zu 87 Prozent in Odenthal. Von den oberbergischen Azubis verließen zwar zwischen 51 Prozent (Gummersbach) und 83 Prozent (Reichshof) ihren jeweiligen Wohnort, aber nur 27 Prozent das Kreisgebiet. Bei den Nachwuchskräften im Rheinisch-Bergischen Kreis erstreckten sich die jeweiligen Auspendlerquoten von 50 Prozent in Bergisch Gladbach bis zu den 87 Prozent in Odenthal; immerhin hatten 49 Prozent ihren Ausbildungsplatz außerhalb des Kreises. Oberzentren wie Köln üben eine erhebliche Sogwirkung auch auf die Auszubildenden aus, so pendeln über 1.500 von ihnen aus allen Kommunen des Agenturbezirks zur Ausbildung an den Rhein. Es werden beispielsweise in Köln mehr Rösrather ausgebildet als in Rösrath selbst und die Zahl der Overather Auszubildenden in Köln ist ebenfalls höher als in Overath. 409 Nachwuchskräfte aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis und 25 aus dem Oberbergischen Kreis haben ihren Ausbildungsplatz in Leverkusen; Remscheid nimmt 324 Azubis auf, der Kreis Mettmann 254, die Landeshauptstadt Düsseldorf 158 und der Rhein-Sieg Kreis 145.

Nur in Bergisch Gladbach, Leverkusen, Gummersbach und Wiehl übersteigt die Zahl der einpendelnden Auszubildenden die der auspendelnden.

 
 
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