Deutschland, 11.05.2011 09:31 Uhr
Der erste eigene Job oder Zuverdienst bringt Schülern oft neben dem Taschengeld das meist lang ersehnte eigene Einkommen. Spätestens jetzt ist es an der Zeit, seine Finanzen selbst zu verwalten und ein eigenes Konto zu eröffnen. Doch auch schon früher setzen manche Eltern und Erziehungsberechtigte darauf, ihr Kind zu seinem eigenen Finanzminister zu machen. Der frühe Umgang mit Plus und Minus schult den Umgang mit Geld und macht fit für die Zukunft.
Taschengeld als Budget
Schon früh lernen die meisten Kinder mit Geld umzugehen. In fast allen deutschen Familien ist Geld ein Thema und der Umgang mit dem, was man hat, im Verhältnis zu dem, was man ausgeben kann und will, kann gar nicht früh genug geprobt werden. Im Verhältnis sind die Summen, mit denen die jungen Leute erste Schritte im Finanzwesen machen, noch gering, dennoch lernen sie so ein Budget zu verwalten. Manche Eltern erlauben daher ihren Kindern mit Eintritt in das geschäftsfähige Alter, das zumindest bedingt mit sechzehn Jahren erreicht ist, ein eigenes Konto zu eröffnen. Darauf zahlen sie Ihnen ihr monatliches Taschengeld und vielleicht auch ein zusätzliches Budget für Kleidung und sonstige Extraausgaben. Ein Girokonto für Schüler ist bei den allermeisten Banken von den Gebühren befreit, sodass das kleine Budget nicht unnötig geschmälert wird. Auch sonst gelten besondere Bedingungen, womit die Banken der eingeschränkten Geschäftsfähigkeit der jungen Kunden von morgen Rechnung tragen. Dennoch gilt es, für die Eltern wie auch für die jungen Bankkunden, die Bedingungen und die Möglichkeiten eines Schülerkontos sorgfältig zu prüfen.
Unabhängige Selbstverwaltung ohne Fallstricke
Die "Taschengeldkonten" der Banken sind eigentlich vollwertige Girokonten, wie die für Erwachsene auch. Die Befreiung von den Kontogebühren ist dabei meist an die halbjährliche Vorlage eines Schülerausweises, später eines Studenten- oder Azubiausweises, geknüpft. Sparzinsen gibt es kaum, da es sich aber meist um ein reines Ausgabenkonto handelt, ist das auch nicht wichtig. Allerdings besteht die Möglichkeit, einen Dispokredit einzuräumen. Darauf sollten Schüler aber möglichst verzichten. Da selten Daueraufträge und regelmäßige Zahlungen wie Miete oder Versicherungen von einem Taschengeldkonto abgehen, besteht dafür auch keine Notwendigkeit. Dagegen könnte ein Dispositionskredit die jungen Bankkunden dazu verführen, mehr Geld auszugeben als sie zur Verfügung haben. Das Minus fehlt dann am Budget des folgenden Monats und erhöht sich gegebenenfalls noch. Damit wäre der Weg in die Schuldenfalle geöffnet. Um den Umgang mit Geld zu lernen und Einnahmen und Ausgaben zu überblicken, empfiehlt sich Eltern, anfangs mit ihrem Nachwuchs zusammen eine Mini-Buchführung für das Konto anzulegen. Die Jugendlichen sollten ermutigt werden, regelmäßig ihre Kontoauszüge abzuholen, zu prüfen und abzuheften. Eine Liste mit wiederkehrenden Einnahmen und Ausgaben kann man in den Innenseiten der Kontoauszughefter, die von den Banken zur Verfügung gestellt werden anlegen und so die erste eigene Budgetplanung führen. Damit behält man den Überblick und ist mit dieser einfachen Übung für die komplexeren Finanzen in der Zukunft gerüstet.
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