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Pornovideos und Gewaltvideos auch an Schulen allgegenwärtig!

Deutschland, 23.05.2008 09:58 Uhr

Berlin. Als aus pädago­gi­scher und jugend­psy­cho­lo­gi­scher Sicht sehr proble­ma­tisch hat es der Bundes­vor­sit­zende des Deut­schen Philo­lo­gen­ver­bandes, Heinz-Peter Meidinger, bezeichnet, dass Kinder und Jugend­liche immer früher mit jugend­ge­fähr­dendem Bild-und Text­ma­te­rial aus dem Internet konfron­tiert seien. Diese Entwick­lung sei auch intensiv an den Schulen spürbar. Immer häufiger berich­teten Betrof­fene und Lehrer von Vorfällen, bei denen z.B. schon zehn­jäh­rigen Mädchen in Schul­pausen oder vor und nach dem Unter­richt Porno-und Gewalt­vi­deos auf Handys gezeigt oder zum Herun­ter­laden von fast gleich­alt­rigen Mitschü­lern ange­boten werden.


Jugendschutz im Internet praktisch nicht mehr existent

"Tatsache ist, dass der Jugendschutz im Internet praktisch nicht mehr existent ist. Es gehört heute schon fast zum Allgemeinwissen, insbesondere von Jungen ab 12 Jahren, wie und wo man im Internet oder über Freunde ohne Schwierigkeiten an problematische Inhalte wie sehr extreme Sexualitätsdarstellungen und brutale Bilddateien und Spielsequenzen kommt", betonte Meidinger.

Pädagogen registrierten dies u.a. durch den Gebrauch von einschlägigen Ausdrücken und Schimpfwörtern aus diesem Bereich durch Schüler.

Der Verbandsvorsitzende wies darauf hin, dass zahlreiche Kinder und Jugendliche trotz äußerlichen Imponiergehabes oder zur Schau getragener Coolness durch die Konfrontation mit solchen Internetdateien innerlich zutiefst verunsichert und teilweise auch geschockt seien. Nach Auffassung von Jugendpsychologen kann ein zu früher Kontakt mit extremen Porno- und Gewaltdarstellungen die Entwicklung einer gefestigten und gesunden Einstellung zur Sexualität nachhaltig und teilweise dauerhaft beschädigen.

Schule und Eltern müssen ihre Erziehungsaufgabe auch in diesem Bereich ernst nehmen!

Meidinger verlangte eine umfassende pädagogische und erzieherische Offensive, um zu verhindern, dass Kinder und Jugendliche mit dieser Entwicklung allein gelassen werden. Gefordert seien Politik, Lehrer und Eltern gleichermaßen. Zwar sei es eine Illusion zu glauben, durch gesetzliche Verbote wäre dieses Problem zu lösen, das heiße aber nicht, dass nicht zum Beispiel über eine stärkere politische Einflussnahme auf Suchmaschinen und die obligatorische Integration von Schutzfiltern in Computerbetriebssystemen Verbesserungen erzielbar seien, so der Verbandschef. An die Eltern appellierte Meidinger, ihre Erziehungsverantwortung im Bereich der Internetnutzung durch ihre Kinder ernst zu nehmen. Er betonte: "Zwar ist es eine Binsenweisheit, dass heute wohl fast jeder Zwölfjährige über eine größere Internetkompetenz als seine Eltern verfügt. Es ist aber enorm bedeutsam, dass Eltern mit ihren Kindern über deren Interneterfahrungen und Internetkontakte reden. Väter und Mütter müssen sich dafür interessieren, was sich in den Köpfen und auf den Computern ihrer Söhne und Töchter abspielt!"

Aber auch die Lehrkräfte und Schulleitungen dürften die Augen vor der geänderten Realität nicht verschließen, so Meidinger: " Zum einen muss sich der Sexualitätsunterricht auf die neuen Gegebenheiten einstellen und auch stärker auf bisher ausgesparte Inhalte eingehen, um die Fragen und Probleme Jugendlicher aufzufangen. Zum anderen darf es keine Toleranz geben, wenn Porno- oder Gewaltvideos auf Speichermedien in die Schule mitgebracht werden. Wer damit erwischt wird, muss mit empfindlichen Strafen rechnen!"

 

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