Deutschland, 30.09.2010 11:28 Uhr
Brilon. Das dreiteilige Projekt „ProBe – Pro Berufsorientierung“ wurde jetzt im Briloner Rathaus vorgestellt. Zielsetzung ist, Jugendlichen von Haupt-und Förderschulen den Einstieg in eine Berufsausbildung zu erleichtern und dem drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
Die Referenten vom Hochsauerlandkreis erläuterten das Konzept im gut gefüllten Bürgersaal den Ratsmitgliedern, Lehrern und Vertretern heimischer Industriebetriebe. Anlass für das Projekt sind Probleme wie Jugendarbeitslosigkeit, demographischer Wandel und die Pisa-Studie.
Die sogenannte Übergangsquote der Schulabsolventen in eine duale Ausbildung kann durch ProBe offenbar aktiv gesteigert werden, was das Beispiel der Stadt Arnsberg zeigt. Unnötige Warteschleifen der Schüler an Berufskollegs sollen vermieden werden. Derzeit sind HSK-weit circa 600 Jugendliche ohne Ausbildungsverhältnis.
Gerade deshalb sorgte der Rückzug der Agentur für Arbeit hinsichtlich einer Übernahme von 50 Prozent der Projektkosten unter den Zuhörern in Brilon für Unmut.
Doch Bürgermeister Franz Schrewe, der erst kurz vor Veranstaltungsbeginn über den neuen Sachverhalt informiert worden war, zeigte Zuversicht: „Wir müssen Klinken putzen, doch unsere guten Firmen der Stadt könnten die Mittel zur Verfügung stellen.“
Phase eins von ProBe ist die Sensibilisierung der Schüler ab Klasse 7. Nach einjähriger Vorbereitung und Berufsorientierung im Klassenverband kann der freiwillige zweite Teil folgen. Die „Werkpraxis“ in Klassen 8.2 und 9.1 beinhaltet drei Blöcke à fünf Wochen. Hier gibt es Einblicke in drei Berufsfelder. Diese „Konfrontation mit dem Leben“ ist wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen, Stichwort Soft Skills.
Die Bereitstellung entsprechender Werkstattplätze ist Aufgabe der Unternehmen. Im Raum Brilon engagieren sich zum Beispiel die Accu-Werke in Hoppecke oder die Firma Oventrop. In diesem Jahr wurden am Olsberger Stammsitz von Oventrop 27 Schüler im Rahmen von ProBe betreut. Das Fazit ist positiv: 25 haben durchgehalten. Verständlich, dass einigen im Unternehmen auch eine Stelle für das reguläre Schulpraktikum angeboten wurde.
Die Einblicke in den Berufsalltag sind nicht aufzuwiegen mit schulischer Berufsberatung. So sei es wichtig, dass das Modul drei von „Externen“ abgehandelt werde.
Das praxisnahe Bewerbungstraining fällt in diesen letzten Teil von ProBe und wird ebenfalls in Kooperation mit den Betrieben geplant.
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