Deutschland, 17.10.2011 14:38 Uhr
"Augen auf bei der Berufswahl" ist eine uralte Empfehlung und dennoch findet sie immer noch ihre Berechtigung. Schließlich will man eine lange Zeit seines Lebens Freude am gewählten Beruf haben und nicht schon kurz nach Dienstantritt mit seinem Job zu hadern beginnen. Eine schlechte Recherche machen und mit halb geschlossenen Augen durchs Leben gehen, dürften Anwärter auf den Beruf des Detektivs grundsätzlich nicht, denn damit würden sie sich schon vorab als ungeeignet disqualifizieren. Wem jedoch das "Schnüffeln" im Blut liegt, für den bietet der Detektivberuf interessante Perspektiven.
Über Umwege zum Traumberuf
Da der Detektivberuf kein klassischer Ausbildungsberuf ist, finden zukünftige Supernasen meist über Umwege zu ihrem Beruf. Nicht selten kommen Detektive aus dem Polizeiberuf, der ihnen wegen der Beamtenstruktur oder unflexibler Arbeitszeiten nicht mehr zusagt. Doch auch Wirtschaftsprüfer, Steuerfachgehilfen oder Leute aus dem Sicherheitsbereich können sich bei entsprechender Eignung fortbilden und damit die notwendige Qualifikation erwerben. Doch auch direkt bei Behörden und Verbänden kann man den Beruf Detektiv erlernen. Das übliche Ausbildungsmodell, bei dem man in einer Detektei als Azubi mitläuft, gibt es allerdings nicht, auch wenn eine Einarbeitungszeit immer vorgesehen ist. Gerade in der Wirtschaftskriminalität, aber auch bei sonstigen Ermittlungen ist eine gewisse Orts- und Branchenkenntnis gefragt. Wenn eine Detektei Stuttgart als Einsatzgebiet hat, sollte man, um dort anzufangen, umfassende Ortskenntnisse vorweisen können. Um sich als Detektiv zu qualifizieren, sollte man die Aus- und Fortbildungsangebote der Zentralstelle für die Ausbildung im Detektivgewerbe (ZAD) in Geldern studieren und wahrnehmen. Die Damen und Herren dort beantworten per Mail oder Telefon alle anfallenden Fragen und bieten konkrete Kurse und Maßnahmen, die einer bundesweiten Vereinheitlichung unterliegen.
Selbstständig als Privatdetektiv?
Das aus amerikanischen Hard-Boiled Filmen stammende Bild des einsamen aber heroischen Privatdetektivs mag Pate stehen für den Wunsch, sich als selbstständiger Privatdetektiv zu verwirklichen. In der Realität stimmt das Bild aber meist nur insofern überein, als dass auch der reale einsame Ermittler meist eine schlechte Auftragslage haben wird, ein heruntergekommenes Büro und meist dubiose Aufträge verfolgen muss. Während in den USA Privatdetektive keine Ausnahmeerscheinung sind, ist das Bild von Detektiven in Deutschland recht zwielichtig und gerade als einzelner freischaffender Privatermittler, dürfte man es schwer haben, einen seriösen Eindruck aufrechtzuerhalten. Daher hat sich die Detekteibranche in Deutschland zum Bundesverband der Detektive zusammengeschlossen, der eine gute Aus- und Weiterbildung, stetige Schulungen sowie Überprüfungen gewährleistet und damit bei den potenziellen Auftraggebern Vertrauen schafft. Auch selbstständige Ermittler, die es durchaus gibt, bemühen sich, die Auflagen und Rahmendbedingungen des altehrwürdigen Verbands, der schon 1950 gegründet wurde, zu erfüllen.
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