Deutschland, 31.05.2010 14:22 Uhr
Obwohl die Auswirkungen der Wirtschaftskrise in Deutschland noch spürbar sind, setzen viele Unternehmen daran, ihre Fachkräfte zu sichern. So lautet das Ergebnis einer Umfrage des Industrie-und Handelskammertages aus diesem Jahr. Viele deutsche Firmen wollen auch in diesem Jahr ihr Engagement in Sachen Ausbildung nicht verringern, sondern sogar weiter ausbauen. An der Befragung nahmen bundesweit mehr als 15.000 Betriebe teil.
Die Anzahl der Schulabgänger in der Bundesrepublik wird in den nächsten Jahren drastisch sinken. Vor diesem Hintergrund wollen rund 71 Prozent der deutschen Firmen verstärkt in ihren Ausbildungsbereich investieren, um dem drohenden Fachkräftemangel entgegen zu wirken. Rund 40 Prozent der befragten Unternehmen wollen den Großteil der von ihnen ausgebildeten Fachkräfte in ihre Stammbelegschaft übernehmen. Von großer Wichtigkeit ist bei der Übernahme eine gute fachliche Ausbildung. Diesem Aspekt messen rund 64 Prozent der Unternehmen zentrale Signifikanz bei. Da in wenigen Jahren gut ausgebildete Mitarbeiter auf dem Arbeitsmarkt immer schwerer zu bekommen sein werden, setzen die Unternehmen viel daran, ihre gut ausgebildeten Mitarbeiter möglichst im eigenen Unternehmen zu halten. Aus diesem Grund ist die Fachkräftesicherung ein wichtiger Aspekt der Personalpolitik vieler deutscher Konzerne.
Für viele Unternehmen ist darüber hinaus die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter von großer Bedeutung. So gaben 61 Prozent der befragten Firmen an, trotz der Wirtschaftskrise kontinuierlich in die Fortbildung sowie in Weiterbildungsmaßnahmen ihrer Angestellten zu investieren, zum Beispiel in den Bereichen Buchhaltung oder Telefondienst. Jedes dritte Unternehmen wolle die finanziellen Mittel dafür in diesem Jahr sogar weiter aufstocken.
Schon in der heutigen Zeit gibt es mehr Ausbildungsplätze als Auszubildende. So konnte im vergangenen Jahr trotz Finanzkrise beinahe jeder vierte Konzern nicht alle seine angebotenen Ausbildungsplätze besetzen. Dies ist zum Teil der Fall, weil keine geeigneten Bewerber gefunden werden konnten. Außerdem hat ein Teil der ausgewählten Bewerber die Lehrstelle letztendlich doch nicht angetreten. Schon jetzt mache sich laut Meinung von Experten der demografische Wandel bemerkbar. Denn nun sind nicht mehr die Ausbildungsplätze, sondern die geeigneten Bewerber knapp.
Gefragt nach den größten Ausbildungshemmnissen gaben mehr als 70 der befragten Firmen an, dass die mangelnde Ausbildungsreife der Schulabgänger ein Grund gewesen sei, diese nicht einzustellen. Vielen Unternehmen, die bei ihren Auszubildenden Wissenslücken in bestimmten Bereichen feststellen, bieten zudem gezielte Möglichkeiten der Nachqualifizierung an, um diese Lücken zu schließen. Rund 60 Prozent der Betriebe bieten Nachhilfe im Betrieb an, wenn sie bei ihren Auszubildenden mangelhafte Kenntnisse feststellen. Circa jeder vierte Konzern nutzt darüber hinaus ausbildungsbegleitende Hilfen der Agenturen für Arbeit. 15 Prozent der befragten Unternehmen helfen ihren Bewerbern dabei, schon vor Beginn der Ausbildung vorhandene Wissenslücken zu schließen.
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